«Das Thema Kantonsimage bietet Gesprächsstoff für viele Unterhaltungen im Alltag»

Menschen machen sich gerne ein Bild von etwas. Daraus entstehen – in neu-deutscher Begrifflichkeit – Images. Fast alles hat heutzutage ein Image: Autos, Länder, Bekleidung, Essen, Sportarten, Städte und tausend andere Dinge. Die Unternehmensberatung campaignfit GmbH hat jüngst nun eine aktuelle Studie über das Image der 26 Schweizer Kantone lanciert – so wie sie von Eidgenossen aus allen Kantonen gesehen werden. Mittels einer Online- Umfrage von Ende März bis Ende Mai dieses Jahres wurden 2500 Aussagen von Schweizern zu bestimmten Themenbe- reichen gesammelt und statistisch aus- gewertet. Der Altersdurchschnitt der Be- fragten liegt bei 34,1 Jahren, 60 Prozent der Befragten waren Männer. «Das Thema Kantonsimage bietet Gesprächsstoff für viele Unterhaltungen im Alltag», begründet Tobias Heilmann von «campaignfit» die Motivation für die Durchführung der Studie. Die Schweizer seien sich schliesslich ihrer kantonalen Zugehörigkeit sehr bewusst.

 

«Urban, versnobt, nicht bünzlig»

Die Ergebnisse zu den einzelnen Kantonen im Vergleich lesen sich durchaus interessant. Und die Zuger kommen meist gut weg. Zuger sind beispielsweise absolut nicht bünzlig – meinen die Befragten. Im Gegensatz etwa zu den Appenzellern oder Bewohnern anderer Bergkantone. Dagegen wird der Kanton Zug als «auffällig eingebildet, hochnäsig oder auch überheblich» wahrgenommen – wie die Bewohner des Kantons Zürich oder des Kantons Genf. Andererseits wieder stuft man Zuger ähnlich wie das Tessin, Basel, Zürich, Neuenburg und Genf als urban ein – sprich: als «jung, locker oder hip». In Sachen «Swissness», will heissen: «gepflegt, qualitätsbewusst oder auch sicher», steht Zug an der Spitze von allen Kantonen – zusammen mit St. Gallen, Luzern und Bern. Zug zählt – laut Umfrage, wie gesagt – nach Zürich, Genf, Bern, Luzern, dem Tessin und dem Wallis auch zu den bekanntes-
ten und «selbstbewusstesten» Kantonen – ähnlich wie Graubünden. Auch in Sachen Schönheit und Unabhängigkeit schneidet Zug gut ab. Bei der Überschaubarkeit – kurze Wege und niedrige Bevölkerungsdichte – liegt der kleinste Vollkanton ebenfalls weit vorn im Ren- nen. Unter dem Kriterium «Familien- freundlichkeit» figuriert Zug zusammen mit Genf und Zürich allerdings auf den letzten Plätzen.

 

«Images sind wichtig.»

«Images sind durchaus wichtig», findet Kantonsplaner René Hutter. Für ihn ist es überraschend, dass Zug inzwischen so urban, weltoffen und metropolitan in der Schweiz wahrgenommen wird. «Das war sicherlich vor 30 Jahren noch nicht so.» Vor 30 Jahren habe es auch noch nicht 30 000 Pendler gegeben, die täglich nach Zug zum Arbeiten kommen. Auf der anderen Seite ist Hutter überzeugt, dass sich so manche Zuger sicher nicht so sehen würden, wie die Ergebnisse der Studie es ermittelt haben. «Ich halte die Umfrage gleichwohl für wertvoll.»

Von aussen «objektiv» gesehen

Auch Urs Raschle von Zug Tourismus kann die Aussagen über den Kanton Zug nachvollziehen. «Die internationale Aus-strahlung führt dazu, dass wir nicht als zu bünzlig betrachtet werden, was ich als eher positiv betrachte. Andererseits haben wir bei Snobismus einen ziemlich hohen Wert», sagt er. Interessant findet er weiter den Wert «Swissness», der auch im Vergleich ziemlich hoch sei und zeige, dass der Kanton Zug für viele immer noch ländlich und traditionell wahrgenommen werde. «Beim Punkt ‹Familien- freundlichkeit› kommt bestimmt die Si- tuation der hohen Mieten und teueren Kosten zum Tragen. Überraschend ist dieser Wert nicht», sagt Raschle. Alles in allem bringe diese Studie aber keine völlig neuen Ansichten zu Tage. Der Tourismusmanager: «Das zeigt, dass der Kanton Zug von aussen objektiv wahrgenommen wird.»

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